Eileiterverschluss und Kinderwunsch

Ab dem 30. Lebensjahr sinkt die Fertilität (Fruchtbarkeit) einer Frau langsam, weshalb es für sie schwieriger wird, Kinder zu bekommen. Dies ist ein gewöhnlicher biologischer Prozess, der sich nicht aufhalten lässt. Es gibt aber auch Krankheitsbilder, welche die Fruchtbarkeit einer Frau verringern oder vorzeitig beenden können. Der Verschluss der Eileiter ist eine solche Krankheit, die darüber hinaus nicht immer bemerkt wird. Ein Kinderwunsch muss dadurch zwar nicht zwangsläufig unerfüllt bleiben, wird aber doch deutlich unwahrscheinlicher.

Was ist ein Eileiterverschluss?

Beim Eisprung löst sich ein reifes Ei aus dem Eierstock der Frau und macht sich über den Eileiter auf den Weg in Richtung Gebärmutter. Bei einem Eileiterverschluss ist, wie der Name bereits vermuten lässt, der Weg durch den Eileiter für das Ei nicht passierbar. Hierbei handelt es sich je nach Ursache um Verklebungen oder Verwachsungen, welche nicht selten ohne jegliche Symptome auftreten. Dadurch wird der Eileiterverschluss häufig erst bemerkt, wenn der Kinderwunsch unerfüllt bleibt und gezielte Untersuchungen stattfinden.

Ursachen für einen Eileiterverschluss

Für einen verschlossenen Eileiter können einige Auslöser in Betracht kommen. So kann etwa eine Chlamydien-Infektion (Entzündung), welche manchmal symptomlos verläuft, einen Eileiterverschluss auslösen. Aber auch andere bakterielle Infektionen der Genitalien, die bis in die Eileiter „gewandert“ sind, können als Ursache in Betracht kommen. Diese können mit Schmerzen im Unterleib einhergehen und sollten daher von einem Arzt untersucht werden. Des Weiteren kommen aber auch organische Ursachen wie eine krankhafte Ausbreitung der Gebärmutterschleimhaut für einen Eileiterverschluss in Betracht. 

Eileiterverschluss und Kinderwunsch

Besteht kein Wunsch nach (weiterem) Nachwuchs, gibt es bei einem Eileiterverschluss - sofern er denn überhaupt auffällt - meistens auch keinen Grund, diesen ärztlich zu behandeln. Bei Paaren mit Kinderwunsch sind hingegen oft medizinische Eingriffe notwendig, um die Fertilität wieder herzustellen. Falls lediglich ein Eileiter von dem Verschluss betroffen ist, ist es weiterhin möglich schwanger zu werden, jedoch sinkt die Wahrscheinlichkeit für eine erfolgreiche Befruchtung einer Eizelle. Sind hingegen beide Eileiter verschlossen, bedarf es eines medizinischen Eingriffs, um das Problem zu beheben und schwanger werden zu können. 

Die Diagnose eines Eileiterverschlusses erfolgt durch eine Kontrastmitteluntersuchung oder per Ultraschall. Bei einem positiven Befund kann dann mit Hilfe einer Bauchspiegelung versucht werden, den Verschluss zu öffnen. Sollte dies nicht gelingen, ist auch eine In-vitro-Fertilisation denkbar. Hierbei werden der Frau Eizellen entnommen und im Reagenzglas mit den Samenzellen des Partners befruchtet. Anschliessend wird die befruchtete Eizelle in die Gebärmutter eingepflanzt.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Bitte beachten Sie, dass Kommentare vor der Veröffentlichung freigegeben werden müssen